# Makro- und Finanzmarkt-Wochenbericht – 4. September 2026
Berichtszeitraum: 28. August bis 4. September 2026
Redaktionsschluss / Marktdatenstand: 4. September 2026, 05:00 Uhr MESZ, sofern nicht anders angegeben. US- und europäische Aktien sowie westliche Anleihen beziehen sich auf den Schluss vom 3. September; asiatische Kurse, Währungen und Rohstoffe auf den frühen Handel am 4. September.
Hinweis: Tatsachen werden als solche berichtet. Mit Einordnung gekennzeichnete Absätze enthalten Schlussfolgerungen. Noch nicht veröffentlichte Daten werden nicht geschätzt. Dies ist keine individuelle Anlageberatung.
Executive Summary
- Ein neuer Schub im Konflikt zwischen den USA und Iran liess Brent-Öl im Wochenverlauf von 89,40 auf zeitweise mehr als 95 US-Dollar je Fass steigen. Energie wurde damit erneut zum gemeinsamen Treiber von Inflation, Renditen und Zinserwartungen; am Freitagmorgen beruhigte sich Öl in Richtung 92 US-Dollar, ohne dass das geopolitische Risiko verschwunden wäre. [Reuters, 02.09.2026](https://www.reuters.com/business/energy/oil-up-nearly-1-us-iran-trade-fresh-strikes-2026-09-02/) [Reuters, 04.09.2026](https://www.reuters.com/world/china/global-markets-global-markets-2026-09-04/)
- Die US-Wirtschaft wächst weiter, aber uneinheitlich: 206.000 neue Anträge auf Arbeitslosenhilfe sprechen gegen einen plötzlichen Einbruch, während schwache Einstellungen und nur 38.000 neue private Stellen eine Abkühlung zeigen. Der Dienstleistungssektor legte im August kräftig zu, sein Preisindex stieg jedoch auf 72,6 Punkte. [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/world/us/us-labor-market-remains-stable-services-input-price-rises-point-elevated-inflation-2026-09-03/) [ISM, 03.09.2026](https://www.ismworld.org/supply-management-news-and-reports/reports/ism-report-on-business/services/august/)
- Fed-Gouverneur Christopher Waller dämpfte am 3. September die Erwartung einer unmittelbar bevorstehenden Zinserhöhung und löste eine Erholung bei Aktien und Anleihen aus. Der Gegensatz zu den zuvor strengen Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh zeigt: Der amtliche Arbeitsmarktbericht vom Freitagnachmittag dürfte die Richtung für die Sitzung am 15./16. September bestimmen. [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/markets/us/wall-street-ends-sharply-higher-waller-remarks-ease-rate-hike-fears-2026-09-03/)
- Asien bleibt wirtschaftlich dreigeteilt: Chinas Industrie stabilisiert sich knapp unter der Wachstumsschwelle, Indien wuchs im Frühjahr um 7,8 %, während Japans reale Haushaltsausgaben im Juli so stark wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr fielen. Die japanische Notenbank steht deshalb zwischen hohem Preisauftrieb und schwachem Konsum. [Chinas Statistikamt, 01.09.2026](https://www.stats.gov.cn/english/PressRelease/202609/t20260901_1965170.html) [Reuters, 31.08.2026](https://www.reuters.com/business/indias-gdp-grows-78-april-june-2026-08-31/) [Reuters, 04.09.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/japan-july-household-spending-falls-fastest-pace-2-12-years-2026-09-03/)
- In der Eurozone stieg die August-Inflation wegen Energie auf 3,3 %, während die Kerninflation auf 2,4 % sank. Eine EZB-Anhebung am 10. September wird nahezu vollständig erwartet; eine Reuters-Umfrage vom 3. September deutet aber darauf hin, dass viele Ökonomen danach mit einer Pause rechnen. [Eurostat, 01.09.2026](https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/2-01092026-ap) [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/business/finance/ecb-raise-rates-second-time-september-then-done-say-economists-2026-09-03/)
1) USA
Konjunktur und Inflation
Die neuen Daten erzählen weder eine Rezessionsgeschichte noch eine Geschichte ungebremsten Wachstums. Das am 2. September veröffentlichte Beige Book der Federal Reserve, ein regelmässiger Bericht aus ihren zwölf Regionen, meldete seit Anfang Juli ein mässiges Aktivitätsplus. Zehn Regionen berichteten leichtes bis mittleres Wachstum, zwei keine Veränderung. Der Konsum legte insgesamt nur leicht zu: Wohlhabende Haushalte kauften weiter solide, während viele andere Kunden stärker auf Preise achteten. Tourismus, Verteidigungsaufträge und der Bau von Rechenzentren stützten die Aktivität; Autoverkäufe litten dagegen unter hohen Treibstoffpreisen, schwachem Vertrauen und teuren Krediten. [Federal Reserve, 02.09.2026](https://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/files/BeigeBook_20260902.pdf)
Die Unternehmensumfragen bestätigten dieses geteilte Bild. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management für die Industrie zeigte am 1. September im August langsameres Wachstum und schwächere neue Aufträge. Am 3. September folgte ein deutlich kräftigerer Dienstleistungsindex von 55,4 Punkten, nach 52,8 im Juli; Werte über 50 zeigen Wachstum. Gleichzeitig stieg der Index der von Dienstleistungsunternehmen bezahlten Preise auf 72,6 Punkte. Das ist wichtig, weil Dienstleistungen den grössten Teil der US-Wirtschaft ausmachen und steigende Kosten dort leichter in Mieten, Transport, Versicherungen oder andere Verbraucherpreise weiterlaufen können. [Reuters, 01.09.2026](https://www.reuters.com/business/us-manufacturing-activity-slows-august-input-prices-still-elevated-2026-09-01/) [ISM, 03.09.2026](https://www.ismworld.org/supply-management-news-and-reports/reports/ism-report-on-business/services/august/)
Der bevorzugte Preisindex der Fed, der PCE-Deflator für persönliche Konsumausgaben, lag im Juli 3,7 % über dem Vorjahr; ohne Energie und Lebensmittel betrug die Rate 3,3 %. Diese Zahlen wurden am 26. August veröffentlicht und bilden die Ausgangslage, sind aber keine neue Meldung dieser Berichtswoche. Neu ist der Hinweis aus dem Beige Book, dass acht Fed-Regionen moderate Preissteigerungen meldeten und Energie, Transport, Metalle sowie petrochemische Vorprodukte besonders teuer wurden. Kunden akzeptierten jedoch nicht jede Preiserhöhung, wodurch ein Teil des Kostendrucks vorerst bei den Gewinnspannen der Unternehmen hängen bleibt. [BEA, 26.08.2026](https://www.bea.gov/news/2026/personal-income-and-outlays-july-2026) [Federal Reserve, 02.09.2026](https://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/files/BeigeBook_20260902.pdf)
Einordnung: Die US-Wirtschaft wird von Rechenzentren, Verteidigung, Investitionen und einem wieder stärkeren Dienstleistungssektor getragen. Breiter Konsum und Industrie sind weniger robust. Für die Fed ist die Mischung unangenehm: Die Nachfrage ist nicht schwach genug, um den Preisdruck von selbst rasch zu beseitigen, aber eine Zinserhöhung könnte den bereits kühlen Arbeitsmarkt und zinsempfindliche Haushalte übermässig belasten.
Arbeitsmarkt und Federal Reserve
Der Arbeitsmarkt kühlt ab, bricht aber nicht ein. Nach dem am 1. September veröffentlichten Bericht des Bureau of Labor Statistics gab es Ende Juli 7,271 Millionen offene Stellen, 89.000 mehr als nach unten revidiert im Juni. Die Zahl der Einstellungen fiel dagegen um 278.000 auf 5,054 Millionen. Offene Stellen zeigen also weiter Arbeitskräftebedarf, doch Unternehmen setzen diesen Bedarf zurückhaltend in tatsächliche Einstellungen um. [BLS, 01.09.2026](https://www.bls.gov/news.release/jolts.htm)
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen in der Woche bis 29. August nur um 3.000 auf 206.000, wie das US-Arbeitsministerium am 3. September meldete. Dieser niedrige Wert spricht gegen eine Entlassungswelle. Der private Arbeitsmarktdienst ADP hatte einen Tag zuvor allerdings nur 38.000 neue Stellen im August geschätzt, nach revidiert 46.000 im Juli. ADP und der amtliche Bericht unterscheiden sich methodisch und können von Monat zu Monat stark auseinanderliegen. Der amtliche August-Bericht erscheint erst am 4. September um 14:30 Uhr MESZ, also nach diesem Redaktionsschluss. [US-Arbeitsministerium, 03.09.2026](https://www.dol.gov/ui/data.pdf) [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/world/us/us-labor-market-remains-stable-services-input-price-rises-point-elevated-inflation-2026-09-03/)
Fed-Chef Kevin Warsh hatte am 28. August in Jackson Hole eine klare Inflationswarnung ausgesprochen. Die Notenbank habe „Arbeit zu tun“, falls sie nicht genügend Vertrauen in eine Rückkehr der Inflation zum 2-%-Ziel gewinne. Fed-Gouverneur Michael Barr sagte am 1. September ähnlich, bei nicht klar nachlassender Inflation solle die Fed entschlossen handeln. Dadurch stieg die an Terminpreisen ablesbare Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte vorübergehend auf rund 62 %. Der Zielkorridor liegt bei 3,50–3,75 %. [Federal Reserve, 28.08.2026](https://www.federalreserve.gov/newsevents/speech/files/warsh20260828a.pdf) [Federal Reserve, 01.09.2026](https://www.federalreserve.gov/newsevents/speech/files/barr20260901a.pdf)
Am 3. September setzte Christopher Waller einen Gegenakzent. Der Fed-Gouverneur signalisierte, dass er angesichts der Risiken für Beschäftigung und Wachstum eine Beibehaltung der Zinsen im September unterstützen könnte. Anleger nahmen daraufhin einen Teil ihrer Wetten auf eine sofortige Erhöhung zurück. Diese Reaktion ist kein Fed-Beschluss, sondern zeigt, wie eng die Entscheidung von den nun folgenden Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten abhängt. [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/markets/us/bond-yields-fall-stocks-rally-feds-waller-comments-curb-rate-hike-bets-2026-09-03/)
Einordnung: Niedrige Entlassungen und schwache Neueinstellungen können gleichzeitig bestehen. Viele Unternehmen halten ihre Beschäftigten, vermeiden aber zusätzliche Stellen. Für die Fed wird deshalb neben der Zahl neuer Stellen vor allem das Lohnwachstum wichtig: Schwache Beschäftigung mit nachlassenden Löhnen spräche für eine Pause; schwache Beschäftigung bei weiter hohem Lohndruck würde das Inflationsproblem nicht lösen.
Anleihen, Aktien und Unternehmen
Die Woche brachte zunächst einen weltweiten Ausverkauf bei Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg am 2. September zeitweise auf 4,818 %, den höchsten Stand seit November 2023, und schloss bei etwa 4,794 %. Höheres Öl, erwartete Leitzinserhöhungen, hohe staatliche Kreditaufnahme sowie grosser privater Kapitalbedarf für Infrastruktur und künstliche Intelligenz waren die wichtigsten Gründe. Nach Wallers Aussagen fielen die Renditen am 3. September deutlich zurück. Wenn eine Anleiherendite fällt, steigt ihr Kurs; die Bewegung war somit eine Erholung nach dem vorherigen Kursverlust. [Reuters, 02.09.2026](https://www.reuters.com/commentary/reuters-open-interest/real-deal-world-bonds-grind-towards-higher-neutral-rates-mike-dolan-2026-09-02/) [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/markets/us/bond-yields-fall-stocks-rally-feds-waller-comments-curb-rate-hike-bets-2026-09-03/)
US-Aktien reagierten spiegelbildlich. Nach einem unruhigen Wochenbeginn gewann der Dow Jones am 3. September 635 Punkte; der Nasdaq legte rund 1,4 % zu, und auch der S&P 500 verzeichnete seinen stärksten Tag seit etwa einem Monat. Am Vortag hatten Dow, S&P 500 und Nasdaq bei 53.061,95, 7.666,60 und 26.217,83 Punkten geschlossen. Der kräftige Donnerstag war vor allem eine Zinsreaktion: Tiefere Renditen erhöhen rechnerisch den heutigen Wert künftiger Gewinne und helfen deshalb besonders hoch bewerteten Wachstumsaktien. [Reuters, 02.09.2026](https://www.reuters.com/world/china/global-markets-wrapup-1-2026-09-02/) [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/markets/us/wall-street-ends-sharply-higher-waller-remarks-ease-rate-hike-fears-2026-09-03/)
Die wichtigste Unternehmensmeldung der Woche kam von Dell. Der Konzern erhöhte am 1. September seine Jahresumsatzprognose von 167 auf 192 Mrd. US-Dollar und das Ziel für den bereinigten Gewinn je Aktie von 17,90 auf 25,50 US-Dollar. Der Quartalsumsatz stieg um 58 % auf 47 Mrd. US-Dollar; Dell verwies auf starke Nachfrage nach Servern für künstliche Intelligenz. Broadcom stellte ebenfalls hohe Verkäufe von KI-Chips in Aussicht. Uber kündigte am 2. September den Abbau von etwa 10 % seiner Stellen an, um Führungsebenen zu verkleinern. [Reuters, 02.09.2026](https://www.reuters.com/business/retail-consumer/dell-shares-gain-after-strong-ai-server-demand-boosts-annual-forecast-2026-09-02/) [Reuters, 02.09.2026](https://www.reuters.com/business/world-at-work/uber-cut-3300-jobs-overhaul-bloomberg-news-reports-2026-09-02/)
Einordnung: Der KI-Investitionsboom ist in Aufträgen, Umsätzen, Bauprojekten und Strombedarf sichtbar. Er stützt Wachstum und einzelne Gewinne, erhöht aber zugleich Kapitalbedarf und Energieverbrauch. Damit entsteht ein Widerspruch: Dieselben Investitionen, welche die Gewinnerwartungen treiben, können über höhere Renditen und Stromkosten die Bewertung des Gesamtmarktes belasten. Ubers Stellenabbau zeigt zudem, dass hohe Technologieinvestitionen nicht automatisch einen breiten Beschäftigungsboom erzeugen.
Dollar, Rohstoffe und Geopolitik
Der Dollar legte nach Warshs Rede zunächst zu, verlor nach Wallers zurückhaltenderen Aussagen aber einen Teil dieses Vorsprungs. Am frühen 4. September war der Dollar vor dem US-Arbeitsmarktbericht wenig verändert; der Yen steuerte auf seine stärkste Woche seit etwa einem Monat zu. Am 3. September hatte der Euro um 1,1598 US-Dollar und der Dollar um 157,64 Yen notiert. Gegenüber fast 160 Yen am vorherigen Freitag wurde die japanische Währung damit deutlich fester. [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/world/china/global-markets-global-markets-2026-09-03/) [Reuters, 04.09.2026](https://www.reuters.com/markets/currencies/yen-headed-strongest-week-month-dollar-flat-ahead-payroll-data-2026-09-04/)
Brent-Öl war der wichtigste Rohstoff der Woche. Es stieg von 89,40 US-Dollar je Fass am 28. August auf einen Schluss von 95,63 US-Dollar am 2. September, nachdem neue gegenseitige Angriffe der USA und Irans Sorgen um Lieferungen aus dem Nahen Osten geweckt hatten. Am 3. September beruhigte sich der Preis in Richtung 92 US-Dollar. Gold näherte sich zeitweise 4.500 US-Dollar je Feinunze, gestützt durch geopolitische Absicherung und fallende US-Renditen, während die Aussicht auf dauerhaft hohe Leitzinsen begrenzend wirkte. [Reuters, 02.09.2026](https://www.reuters.com/business/energy/oil-up-nearly-1-us-iran-trade-fresh-strikes-2026-09-02/) [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/markets/us/bond-yields-fall-stocks-rally-feds-waller-comments-curb-rate-hike-bets-2026-09-03/)
Einordnung: Der Konflikt wirkt wie eine Steuer auf ölimportierende Haushalte und Unternehmen. Ein Preisrückgang an einem einzelnen Tag ist noch keine Entwarnung, solange Transportwege und Förderanlagen gefährdet bleiben. Für die Fed kann teures Öl die Gesamtinflation erhöhen; entscheidend ist aber, ob Unternehmen die höheren Energie- und Frachtkosten dauerhaft auf viele andere Preise überwälzen.
2) Asien
China: Industrie stabilisiert sich, Binnenwirtschaft bleibt schwach
Chinas offizieller Einkaufsmanagerindex für die Industrie stieg im August von 49,2 auf 49,8 Punkte, wie das Statistikamt am 1. September meldete. Ein Wert unter 50 bedeutet weiterhin Schrumpfung, doch Produktion mit 50,4 und neue Aufträge mit 50,6 lagen wieder oberhalb dieser Schwelle. Grosse Unternehmen erreichten 50,6 Punkte, mittlere 49,4 und kleine nur 47,9. Der Beschäftigungsindex sank auf 48,7. Die Verbesserung erfasst somit weder alle Firmengrössen noch den Arbeitsmarkt. [Chinas Statistikamt, 01.09.2026](https://www.stats.gov.cn/english/PressRelease/202609/t20260901_1965170.html)
Ausserhalb der Industrie blieb das Bild schwach. Der offizielle Index für Dienstleistungen und Bau verharrte bei 49,0, neue Aufträge sanken auf 44,1 und der Beschäftigungswert blieb bei 45,4. Die zuletzt vollständig vorliegenden Monatsdaten für Juli, veröffentlicht am 17. August, zeigten ein Wachstum der Einzelhandelsumsätze von nur 0,6 % zum Vorjahr, einen Rückgang der Anlageinvestitionen um 6,7 % in den ersten sieben Monaten und eine städtische Arbeitslosenquote von 5,2 %. [Chinas Statistikamt, 01.09.2026](https://www.stats.gov.cn/english/PressRelease/202609/t20260901_1965170.html) [Reuters, 17.08.2026](https://www.reuters.com/world/china/chinas-industrial-output-slows-july-retail-sales-miss-forecasts-2026-08-17/)
Die Verbraucherpreise lagen im Juli nur 0,5 % über dem Vorjahr. Zugleich bremste die chinesische Zentralbank den Aufwertungsdruck auf den Yuan. Ende August notierte er um 6,72 je US-Dollar und war damit rund 9 % stärker als zu Beginn seiner 20-monatigen Aufwertung. Schwächere tägliche Referenzkurse signalisierten, dass Peking Exporte nicht durch eine zu schnelle Währungsaufwertung gefährden will. Der einjährige Kreditleitzins blieb im August bei 3,00 %. [Reuters, 31.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/china-reins-rising-yuan-weak-domestic-demand-clouds-outlook-2026-08-31/)
Chinesische Staatsanleihen entzogen sich dem weltweiten Ausverkauf. Die zehnjährige Rendite lag am 3. September bei nur etwa 1,68 %, mehr als drei Prozentpunkte unter der US-Rendite. Am Aktienmarkt gewann der Shanghai Composite am frühen 4. September zusammen mit anderen asiatischen Börsen, nachdem Wallers Aussagen die weltweiten Zinssorgen gedämpft hatten. Die Richtung darf jedoch nicht mit einer wirtschaftlichen Wende verwechselt werden: Chinas tiefe Renditen spiegeln geringe Inflation, Immobilienprobleme und schwache Kreditnachfrage. [Reuters, 02.09.2026](https://www.reuters.com/commentary/reuters-open-interest/china-escapes-global-bond-rout-wrong-reasons-mcgeever-2026-09-02/) [Reuters, 04.09.2026](https://www.reuters.com/world/china/global-markets-global-markets-2026-09-04/)
Neue Regeln für die Immobilienfinanzierung, veröffentlicht am 28. August, sollen Bauträger weniger abhängig von Vorauszahlungen der Wohnungskäufer machen. Aktien kleinerer Entwickler fielen daraufhin. Strengere Finanzierung und längere Projektkontrolle können Käufer besser schützen, erhöhen kurzfristig aber den Druck auf schwache Anbieter. [Reuters, 31.08.2026](https://www.reuters.com/world/china/chinas-property-stocks-fall-new-mortgage-rules-2026-08-31/)
Einordnung: Die bessere Industriezahl ist ein Lichtblick, noch keine breite Wende. Fabriken profitieren von Exporten und staatlich geförderten Bereichen, während Haushalte, Dienstleistungen, Immobilien und kleinere Firmen zurückbleiben. Niedrige Zinsen helfen nur begrenzt, solange Unternehmen und Familien aus Unsicherheit nicht mehr leihen und ausgeben wollen.
Japan: Preisauftrieb trifft auf schwachen Konsum
Japans Dienstleistungsindex stieg im August von 51,2 auf 52,5 Punkte, wie S&P Global am 3. September meldete. Das war das stärkste Wachstum seit fünf Monaten. Neue Inlandsgeschäfte nahmen zu, Exportaufträge fielen aber zum fünften Mal in Folge. Die Unternehmen erhöhten ihre Verkaufspreise beinahe so stark wie nie zuvor in dieser Messreihe. Der zusammengesetzte Index aus Industrie und Dienstleistungen stieg von 52,7 auf 53,5. [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/japan-services-growth-hits-five-month-high-pmi-shows-2026-09-03/)
Dazu kam am frühen 4. September ein deutlich schwächeres Signal der Haushalte. Die realen, also um Preissteigerungen bereinigten Konsumausgaben fielen im Juli im achten Monat in Folge und so stark wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Die genaue Veränderungsrate wird hier bewusst nicht genannt, weil sie vor Redaktionsschluss nicht aus einer zuverlässig zugänglichen Primärtabelle gegengeprüft werden konnte. Der Rückgang zeigt dennoch klar, dass höhere Preise und schwache Reallöhne den Alltag vieler Haushalte belasten. [Japans Statistikamt, 04.09.2026](https://www.stat.go.jp/english/data/kakei/156.html) [Reuters, 04.09.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/japan-july-household-spending-falls-fastest-pace-2-12-years-2026-09-03/)
Der Arbeitsmarkt bleibt eng. Die am 28. August veröffentlichten Daten zeigten für Juli eine Arbeitslosenquote von 2,4 %, nach 2,5 % im Juni. Die Zahl der Erwerbspersonen sank jedoch, weshalb die tiefere Quote nicht allein als kräftige Neueinstellung gelesen werden sollte. Die nationale Verbraucherpreisinflation lag im Juli bei 1,9 %, die Tokioter Kernrate für August bei 1,8 %. [Japans Statistikamt, 28.08.2026](https://www.stat.go.jp/english/index.html)
BoJ-Ratsmitglied Hajime Takata sagte am 2. September, die Bank of Japan solle Zinsen beweglich und nicht in starren halbjährlichen Abständen anheben. Die Notenbank erwartet für das Fiskaljahr 2026 nur 0,6 % reales Wachstum, aber 2,5 % Inflation ohne frische Lebensmittel. Der schwache Yen, teures Öl und Halbleiternachfrage gelten als zusätzliche Preistreiber. Der Einbruch der Haushaltsausgaben liefert nun ein starkes Gegenargument zu einer raschen Straffung. [Bank of Japan, 02.09.2026](https://www.boj.or.jp/en/about/press/koen_2026/data/ko260902a1.pdf)
Die zehnjährige japanische Staatsanleiherendite überschritt am 2. September kurz 3,0 % und erreichte mit 3,015 % ein 30-Jahres-Hoch. Danach fiel sie wieder unter 3 %, unterstützt durch eine ordentliche Auktion lang laufender Anleihen und Wallers Aussagen. Der Yen handelte am Freitagmorgen fester und steuerte auf die stärkste Woche seit etwa einem Monat zu; japanische Aktien stiegen zusammen mit den übrigen asiatischen Märkten. [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/world/china/global-markets-global-markets-2026-09-03/) [Reuters, 04.09.2026](https://www.reuters.com/world/china/global-markets-global-markets-2026-09-04/)
Einordnung: Japan entfernt sich von der jahrzehntelangen Nullzinswelt, aber der Weg ist schmal. Höhere Dienstleistungspreise, ein enger Arbeitsmarkt und ein schwacher Yen sprechen für eine Anhebung. Sinkende reale Haushaltsausgaben sprechen für Geduld. Ein festerer Yen senkt Importkosten und hilft Verbrauchern, kann aber die umgerechneten Auslandsgewinne grosser Exportfirmen belasten.
Indien: starkes Wachstum, hohe Öl-Abhängigkeit
Indiens Wirtschaft wuchs im Quartal April bis Juni um 7,8 % gegenüber dem Vorjahr, wie das Statistikministerium am 31. August meldete. Das lag über der Reuters-Erwartung von 7,1 % und der RBI-Prognose von 7,0 %, aber unter dem revidierten Wachstum von 8,6 % im Vorquartal. Das verarbeitende Gewerbe wuchs um 9,2 %, Finanz- und unternehmensnahe Dienste um 12,1 %, der private Konsum um 7,1 % und private Investitionen um fast 12 %. [Indisches Statistikministerium, 31.08.2026](https://www.mospi.gov.in/uploads/latestReleases/latest_release_1788172583113_d65a77cf-240e-4491-82ee-59f78618fa41_Press_Note_on_GDP_Estimates_for_Q1_2026-27.pdf) [Reuters, 31.08.2026](https://www.reuters.com/business/indias-gdp-grows-78-april-june-2026-08-31/)
Auch Kredite wuchsen kräftig. Ende Juni betrug ihr Zuwachs laut Reserve Bank of India 18,3 % gegenüber dem Vorjahr, das höchste Tempo seit mehr als zehn Jahren. Die Verbraucherpreisinflation stieg im Juli auf 4,45 %, die Lebensmittelinflation auf 5,52 %. Die RBI liess den Leitzins am 5. August bei 5,25 %. Das starke Wachstum und das teure Öl begrenzen den Spielraum für eine Senkung. [Indisches Statistikministerium, 12.08.2026](https://mospi.gov.in/uploads/latestReleases/latest_release_1786529680747_3113661d-1a2b-4b9a-af06-b340193ef9a0_Press_Release_CPI_July_2026.pdf) [RBI, 05.08.2026](https://www.rbi.org.in/scripts/BS_PressReleaseDisplay.aspx?prid=63287)
Die Rupie erhielt Unterstützung durch besondere Einlagenprogramme für im Ausland lebende Inder und weitere Auslandsfinanzierungen. Laut RBI brachten sie insgesamt 136,38 Mrd. US-Dollar ein. Am 3. September erreichte die Rupie deshalb ein Zweimonatshoch um 94,3 bis 94,4 je Dollar. Indische Aktien stabilisierten sich nach drei schwächeren Sitzungen. Die zwischenzeitlich höheren Ölpreise blieben aber ein Gegengewicht. [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/world/india/indian-rupee-scales-2-month-peak-136-bln-inflows-bolster-currency-against-global-2026-09-03/)
Einordnung: Indien hat derzeit die stärkste Binnenkonjunktur der drei grossen asiatischen Volkswirtschaften. Das Land importiert rund 85 % seines Rohöls. Dauerhaft teures Brent-Öl würde Inflation, Handelsbilanz, Staatshaushalt und Rupie gleichzeitig belasten. Die hohen Devisenzuflüsse verschaffen der RBI einen Puffer, ersetzen aber keine günstigere Energielage.
Gemeinsame Markt- und Rohstofflage in Asien
Asiatische Aktien stiegen am frühen 4. September, nachdem Wallers Aussagen die Sorge vor einer sofortigen US-Zinserhöhung verringert hatten. Japan und Südkorea führten die Erholung an, auch China gewann. Gleichzeitig fielen die Renditen vieler Staatsanleihen etwas und der Yen blieb fest. Anleger warteten jedoch auf den US-Arbeitsmarktbericht, weshalb die Bewegung als Erholung nach dem vorherigen Ausverkauf und nicht als dauerhafte Entwarnung gelesen werden sollte. [Reuters, 04.09.2026](https://www.reuters.com/world/china/global-markets-global-markets-2026-09-04/)
Einordnung: Öl trennt Gewinner und Verlierer. China kann einen Teil seiner Einfuhren politisch steuern, Japan und Indien spüren hohe Weltmarktpreise direkter. Ein stärkerer Yen dämpft Japans importierte Inflation, während eine schwache Rupie sie in Indien verstärken würde. Deshalb sind Wechselkurse in Asien derzeit fast so wichtig wie Leitzinsen.
3) Europa
Konjunktur, Inflation und Arbeitsmarkt
Die Eurozone zeigte im August ein besseres Unternehmensbild. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie stieg auf 52,7 Punkte, den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren; Werte über 50 zeigen Wachstum. Der Dienstleistungsindex lag bei 51,7. Diese Umfragen deuten auf eine vorsichtige Erholung hin, obwohl Auftragseingänge und Vertrauen nicht überall gleich stark sind. Die amtliche Wirtschaftsleistung war im zweiten Quartal um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal gewachsen. [Reuters, 21.08.2026](https://www.reuters.com/world/europe/euro-zone-business-activity-growth-hits-highest-since-november-pmi-shows-2026-08-21/) [Eurostat, 14.08.2026](https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/2-14082026-ap)
Die wichtigste Meldung kam am 1. September von Eurostat. Die Verbraucherpreisinflation der 21 Euroländer stieg im August von 2,9 auf 3,3 %. Energie verteuerte sich um 14,3 % zum Vorjahr, nach 10,3 % im Juli. Gleichzeitig sank die Kerninflation ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak von 2,5 auf 2,4 %, und die Dienstleistungsinflation fiel von 3,3 auf 3,0 %. Der monatliche Gesamtanstieg betrug 0,4 %. [Eurostat, 01.09.2026](https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/2-01092026-ap)
Die am 3. September veröffentlichten Erzeugerpreise unterstreichen den Druck am Anfang der Lieferkette. Sie stiegen im Juli im Euroraum um 1,6 % gegenüber Juni und in der EU um 1,4 %. Erzeugerpreise messen, was Fabriken für ihre Waren erhalten; sie sind kein direkter Verbraucherpreisindex, können aber mit Verzögerung in Verkaufspreise und Gewinnspannen einfliessen. [Eurostat, 03.09.2026](https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/4-03092026-ap)
Der Arbeitsmarkt schwächte sich nur leicht ab. Die Arbeitslosenquote lag im Juli bei 6,4 %, unverändert gegenüber dem revidierten Juniwert und nach 6,3 % ein Jahr zuvor. In der EU betrug sie 6,1 %. Die am 4. September erwarteten Einzelhandelsumsätze für Juli lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor und werden daher nicht vorweggenommen. [Eurostat, 01.09.2026](https://ec.europa.eu/eurostat/product?code=3-01092026-bp) [Eurostat-Veröffentlichungskalender](https://ec.europa.eu/eurostat/news/release-calendar)
Einordnung: Europas Inflation besteht aus zwei Geschichten. Energie und die Preise der Hersteller steigen kräftig, während der heimische Preisauftrieb bei Dienstleistungen nachlässt. Solange Löhne und Kernpreise ruhiger bleiben, kann die EZB den Energieschock mit wenigen Schritten beantworten. Bleiben Gas-, Transport- und Stromkosten jedoch lange hoch, dürften Unternehmen später einen grösseren Teil davon weitergeben.
EZB, Anleihen und Währungen
Die Finanzmärkte rechnen nahezu vollständig mit einer Erhöhung des EZB-Einlagensatzes am 10. September von 2,25 auf 2,50 %. Es wäre die zweite Anhebung dieses Jahres nach dem Schritt im Juni. Eine Reuters-Umfrage vom 3. September ergab, dass Ökonomen diesen Schritt ebenfalls mehrheitlich erwarten, danach aber überwiegend mit einer Pause rechnen. Der August-Inflationswert entsprach ungefähr dem bereits erwarteten Energieschub; marktbewegend wird daher vor allem sein, wie die EZB Zweitrundeneffekte auf Löhne und übrige Preise beurteilt. [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/business/finance/ecb-raise-rates-second-time-september-then-done-say-economists-2026-09-03/)
Die Erwartung höherer Leitzinsen traf zu Wochenbeginn auf Sorgen um Staatsschulden. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erreichte am 2. September den höchsten Stand seit April 2011. Britische zehnjährige Staatsanleihen stiegen zeitweise auf 5,294 %, den höchsten Wert seit August 2007. Auch französische und italienische Langläufer gerieten unter Druck, weil höhere Zinskosten den Spielraum hoch verschuldeter Staaten verkleinern. Am 3. September erholten sich die Anleihen, unterstützt durch schwächere US-Arbeitsmarktsignale und Wallers zurückhaltendere Haltung. [Reuters, 02.09.2026](https://www.reuters.com/commentary/reuters-open-interest/real-deal-world-bonds-grind-towards-higher-neutral-rates-mike-dolan-2026-09-02/) [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/markets/europe/european-stocks-recover-one-month-lows-bond-yields-retreat-2026-09-03/)
Der Euro notierte am 3. September um 1,1598 US-Dollar, etwas unter den rund 1,166 Dollar am vorherigen Freitag. Höhere erwartete EZB-Zinsen stützen die Währung grundsätzlich. Energieimportkosten, französische Haushaltsrisiken und zeitweise höhere US-Renditen wirken in die Gegenrichtung. [Reuters, 28.08.2026](https://www.reuters.com/world/china/global-markets-global-markets-2026-08-28/) [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/world/china/global-markets-global-markets-2026-09-03/)
Einordnung: Für Europas Anleihemärkte kommen Inflation, hohe staatliche Kreditaufnahme und geringere Zentralbankkäufe zusammen. Besonders lange Laufzeiten reagieren stark, weil Anleger Unsicherheit über viele Jahre übernehmen. Höhere Leitzinsen können zwar die Zinsmargen der Banken verbessern; schnelle Kursverluste bei Staatsanleihen und schwächere Schuldner erhöhen jedoch zugleich ihre Risiken.
Aktien, Unternehmen, Rohstoffe und Geopolitik
Der STOXX 600 war am 2. September bei 645,94 Punkten auf ein Monatstief gefallen. Am 3. September erholte sich der europäische Leitindex zusammen mit den Anleihen. Technologie- und andere zinsempfindliche Aktien profitierten von tieferen Renditen; Banken und Energieunternehmen reagierten uneinheitlich. Der Wochenverlauf zeigt, dass Zinsen derzeit oft stärker auf den breiten Markt wirken als einzelne Quartalsergebnisse. [Reuters, 02.09.2026](https://www.reuters.com/markets/europe/european-shares-pinned-one-month-low-flaring-mideast-tensions-lift-bond-yields-2026-09-02/) [Reuters, 03.09.2026](https://www.reuters.com/markets/europe/european-stocks-recover-one-month-lows-bond-yields-retreat-2026-09-03/)
Unter den Einzelwerten stieg Deutsche Bank am Mittwoch nach einer Analystenaufstufung um 2,2 %. Nokia gewann 1,7 %, nachdem seine Rückkehr in den Euro STOXX 50 anstelle von Volkswagen angekündigt worden war; Volkswagen verlor 2,2 %. Der italienische Wettanbieter Lottomatica fiel nach der angekündigten Übernahme der spanischen Cirsa um 9 %, während Cirsa 16 % gewann. Diese Bewegungen waren unternehmensspezifisch, zeigen aber, wie stark Finanzierungskosten, Übernahmen und Indexumschichtungen neben der Konjunktur wirken. [Reuters, 02.09.2026](https://www.reuters.com/markets/europe/european-shares-pinned-one-month-low-flaring-mideast-tensions-lift-bond-yields-2026-09-02/)
Für Europa ist der Öl- und Gaspreis besonders wichtig, weil die Region netto Energie importiert. Brent oberhalb von 90 US-Dollar und relativ niedrige europäische Gasspeicherstände für diese Jahreszeit erhöhen Kosten für Haushalte, Chemie, Transport und andere energieintensive Branchen. Der US-iranische Schlagabtausch ist deshalb nicht nur ein geopolitisches Risiko, sondern unmittelbar ein europäisches Inflations- und Wachstumsrisiko. Frankreichs schwierige Haushaltslage vor der Wahl 2027 verstärkt die Empfindlichkeit: Höhere Energieausgaben und Zinskosten lassen weniger Platz für Konjunkturstützung. [Reuters, 21.08.2026](https://www.reuters.com/world/europe/traders-are-bracing-an-increasingly-hawkish-ecb-2026-08-21/) [Reuters, 02.09.2026](https://www.reuters.com/business/energy/oil-up-nearly-1-us-iran-trade-fresh-strikes-2026-09-02/)
Einordnung: Europas Industrieumfragen bessern sich, und Unternehmen kamen bislang besser durch den Energie- und Zinsschock als befürchtet. Der Puffer bleibt aber klein. Eine längere Phase hoher Energiepreise würde zuerst Kaufkraft und Gewinnspannen treffen und später Investitionen sowie Beschäftigung. Banken und Energieunternehmen können kurzfristig profitieren; Einzelhandel, Immobilien, Chemie und hoch verschuldete Firmen tragen die grössere Last.
Worauf in der kommenden Woche zu achten ist
1. US-Arbeitsmarkt am 4. September: Neue Stellen, Arbeitslosenquote, Löhne und Revisionen entscheiden, ob eine Fed-Anhebung im September wieder zur Basiserwartung wird. Der Bericht erscheint erst nach diesem Redaktionsschluss.
2. US-Inflation am 10. und 11. September: Erzeugerpreise erscheinen am Donnerstag, Verbraucherpreise am Freitag. Entscheidend ist, ob der Ölpreissprung bereits über Energie hinaus sichtbar wird. [BLS-Veröffentlichungskalender](https://www.bls.gov/schedule/2026/home.htm)
3. EZB am 10. September: Eine Erhöhung auf 2,50 % ist weitgehend eingepreist. Marktbewegend werden die neuen Projektionen und Christine Lagardes Hinweise darauf, ob der Schritt einmalig bleibt. [EZB-Sitzungskalender](https://www.ecb.europa.eu/press/calendars/mgcgc/html/index.en.html)
4. China am 9. September: Die August-Verbraucher- und Erzeugerpreise zeigen, ob der Kostendruck in der Industrie zunimmt oder die schwache Binnennachfrage weiter überwiegt. Yuan-Festsetzung, Immobilienfinanzierung und konkrete Stützungsmassnahmen bleiben ebenfalls wichtig.
5. Japan am 7. September: Die revidierte Wirtschaftsleistung des zweiten Quartals wird zeigen, ob der schwache Haushaltskonsum durch Investitionen und Exporte ausgeglichen wurde. Löhne, Yen und die Nachfrage nach lang laufenden Staatsanleihen bleiben zentrale Signale für die BoJ.
6. Europa: Die detailliertere Schätzung von Wachstum und Beschäftigung im zweiten Quartal sowie nationale Industrie- und Handelsdaten zeigen, ob die besseren Umfragen bereits in der tatsächlichen Produktion ankommen. Frankreichs Haushaltsdebatte und die Renditeaufschläge seiner Staatsanleihen bleiben wichtig. [Eurostat-Veröffentlichungskalender](https://ec.europa.eu/eurostat/news/release-calendar)
7. Nahost und Energie: Neue Angriffe, Verhandlungen oder Störungen in der Strasse von Hormus können alle Daten überlagern. Zu beobachten sind Brent-Öl, europäisches Erdgas, Frachtraten und Versicherungsprämien für Schiffe.
Quellenliste
Primärquellen
- [Federal Reserve: Beige Book, 2. September 2026](https://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/files/BeigeBook_20260902.pdf)
- [Federal Reserve: Rede von Kevin Warsh, 28. August 2026](https://www.federalreserve.gov/newsevents/speech/files/warsh20260828a.pdf)
- [Federal Reserve: Rede von Michael Barr, 1. September 2026](https://www.federalreserve.gov/newsevents/speech/files/barr20260901a.pdf)
- [BLS: Offene Stellen und Personalbewegungen, Juli 2026](https://www.bls.gov/news.release/jolts.htm)
- [US-Arbeitsministerium: Wöchentliche Anträge auf Arbeitslosenhilfe, 3. September 2026](https://www.dol.gov/ui/data.pdf)
- [BEA: Persönliche Einkommen, Ausgaben und PCE-Preise, Juli 2026](https://www.bea.gov/news/2026/personal-income-and-outlays-july-2026)
- [ISM: Dienstleistungsindex, August 2026](https://www.ismworld.org/supply-management-news-and-reports/reports/ism-report-on-business/services/august/)
- [Chinas Statistikamt: Einkaufsmanagerindizes, August 2026](https://www.stats.gov.cn/english/PressRelease/202609/t20260901_1965170.html)
- [Japans Statistikamt: Haushaltsausgaben, Juli 2026](https://www.stat.go.jp/english/data/kakei/156.html)
- [Bank of Japan: Rede von Hajime Takata, 2. September 2026](https://www.boj.or.jp/en/about/press/koen_2026/data/ko260902a1.pdf)
- [Indisches Statistikministerium: BIP, April bis Juni 2026](https://www.mospi.gov.in/uploads/latestReleases/latest_release_1788172583113_d65a77cf-240e-4491-82ee-59f78618fa41_Press_Note_on_GDP_Estimates_for_Q1_2026-27.pdf)
- [Indisches Statistikministerium: Verbraucherpreise, Juli 2026](https://mospi.gov.in/uploads/latestReleases/latest_release_1786529680747_3113661d-1a2b-4b9a-af06-b340193ef9a0_Press_Release_CPI_July_2026.pdf)
- [Reserve Bank of India: Geldpolitischer Beschluss, 5. August 2026](https://www.rbi.org.in/scripts/BS_PressReleaseDisplay.aspx?prid=63287)
- [Eurostat: Inflations-Schnellschätzung, August 2026](https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/2-01092026-ap)
- [Eurostat: Arbeitslosigkeit, Juli 2026](https://ec.europa.eu/eurostat/product?code=3-01092026-bp)
- [Eurostat: Erzeugerpreise, Juli 2026](https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/4-03092026-ap)
Nachrichten und Märkte
- [Reuters: Globale Märkte am 4. September 2026](https://www.reuters.com/world/china/global-markets-global-markets-2026-09-04/)
- [Reuters: US-Arbeitsmarkt und Dienstleistungen, 3. September 2026](https://www.reuters.com/world/us/us-labor-market-remains-stable-services-input-price-rises-point-elevated-inflation-2026-09-03/)
- [Reuters: Wall Street nach Wallers Aussagen, 3. September 2026](https://www.reuters.com/markets/us/wall-street-ends-sharply-higher-waller-remarks-ease-rate-hike-fears-2026-09-03/)
- [Reuters: Dollar und Yen vor dem US-Arbeitsmarktbericht, 4. September 2026](https://www.reuters.com/markets/currencies/yen-headed-strongest-week-month-dollar-flat-ahead-payroll-data-2026-09-04/)
- [Reuters: Ölmarkt und US-Iran-Konflikt, 2. September 2026](https://www.reuters.com/business/energy/oil-up-nearly-1-us-iran-trade-fresh-strikes-2026-09-02/)
- [Reuters: Dell und KI-Server, 2. September 2026](https://www.reuters.com/business/retail-consumer/dell-shares-gain-after-strong-ai-server-demand-boosts-annual-forecast-2026-09-02/)
- [Reuters: Chinas Yuan, 31. August 2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/china-reins-rising-yuan-weak-domestic-demand-clouds-outlook-2026-08-31/)
- [Reuters: Japans Dienstleistungen, 3. September 2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/japan-services-growth-hits-five-month-high-pmi-shows-2026-09-03/)
- [Reuters: Japans Haushaltsausgaben, 4. September 2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/japan-july-household-spending-falls-fastest-pace-2-12-years-2026-09-03/)
- [Reuters: Indiens Wachstum, 31. August 2026](https://www.reuters.com/business/indias-gdp-grows-78-april-june-2026-08-31/)
- [Reuters: EZB-Umfrage, 3. September 2026](https://www.reuters.com/business/finance/ecb-raise-rates-second-time-september-then-done-say-economists-2026-09-03/)
- [Reuters: Europäische Aktien und Anleihen, 3. September 2026](https://www.reuters.com/markets/europe/european-stocks-recover-one-month-lows-bond-yields-retreat-2026-09-03/)