# Makro- und Finanzmarkt-Wochenbericht – 28. August 2026

Berichtszeitraum: 21. bis 28. August 2026

Redaktionsschluss / Marktdatenstand: 28. August 2026, ca. 11:30 Uhr MESZ, sofern nicht anders angegeben. US-Aktienkurse beziehen sich deshalb auf den Schluss vom 27. August; europäische Kurse vom 28. August sind Vormittagsstände.

Hinweis: Tatsachen werden als solche berichtet; Abschnitte mit Einordnung kennzeichnen analytische Schlussfolgerungen. Dies ist keine individuelle Anlageberatung.

Executive Summary

  • Die Woche stand im Zeichen hartnäckiger Inflation: Der US-Kern-PCE blieb im Juli bei 3,3 %, während das revidierte US-BIP im zweiten Quartal annualisiert nur um 1,5 % wuchs; die Märkte preisten daher mindestens eine weitere Fed-Anhebung 2026 ein. [BEA, 26.08.2026](https://www.bea.gov/news/2026/personal-income-and-outlays-july-2026) [Reuters, 27.08.2026](https://www.reuters.com/business/feds-warsh-faces-challenge-whether-inflation-is-problem-or-not-2026-08-27/)
  • Nvidia bestätigte mit einem Ausblick von 108 Mrd. US-Dollar Quartalsumsatz und erwarteten rund 70 % Wachstum im Geschäftsjahr 2028 den anhaltenden KI-Investitionsboom; zugleich blieben hohe Anleiherenditen und die starke Indexkonzentration zentrale Marktrisiken. [Reuters, 26.08.2026](https://www.reuters.com/business/media-telecom/nvidia-forecasts-quarterly-revenue-above-estimates-2026-08-26/)
  • In Asien gingen die geldpolitischen Wege weiter auseinander: China bekämpft schwache Binnen- und Kreditnachfrage mit gezielter Unterstützung, während steigende Tokioter Kerninflation und schärfere BoJ-Kommunikation eine japanische Zinserhöhung im September wahrscheinlicher machten. [Reuters, 20.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/china-leaves-loan-rates-steady-15th-consecutive-month-august-2026-08-20) [Reuters, 28.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/tokyo-core-inflation-accelerates-august-nears-boj-target-2026-08-27/)
  • Europa zeigte eine vorsichtige konjunkturelle Stabilisierung, besonders in Deutschland, doch 2,9 % Eurozoneninflation, die Aussicht auf eine weitere EZB-Anhebung und Frankreichs Fiskalrisiko hielten Anleihe- und Aktienmärkte unter Druck. [Eurostat, 19.08.2026](https://ec.europa.eu/eurostat/en/web/products-euro-indicators/w/2-19082026-ap) [Reuters, 27.08.2026](https://www.reuters.com/business/finance/ecb-saw-future-hike-likely-july-meeting-2026-08-27/)

1) USA

Konjunktur und Inflation

Das Bureau of Economic Analysis bestätigte am 26. August für das zweite Quartal ein annualisiertes reales BIP-Wachstum von 1,5 %, nach 2,1 % im ersten Quartal. Konsum, Exporte und Investitionen trugen positiv bei, während die Staatsausgaben zurückgingen; das reale Bruttoinlandseinkommen legte annualisiert um 2,2 % zu. Der PCE-Preisindex wurde für das Quartal auf 5,3 % annualisiert und die Kernrate auf 3,6 % revidiert, jeweils deutlich oberhalb des 2-%-Ziels der Federal Reserve. [BEA, 26.08.2026](https://www.bea.gov/news/2026/gdp-second-estimate-and-corporate-profits-2nd-quarter-2026)

Die ebenfalls am 26. August veröffentlichten Monatsdaten zeigten für Juli einen Anstieg des nominalen persönlichen Einkommens um 0,4 %, der verfügbaren Einkommen um 0,5 % und der Konsumausgaben nur um 0,2 % gegenüber Juni. Der Kern-PCE-Deflator lag 3,3 % über Vorjahr; damit blieb der Preisauftrieb breit und klar zu hoch, obwohl die Ausgaben an Dynamik verloren. [BEA, 26.08.2026](https://www.bea.gov/news/2026/personal-income-and-outlays-july-2026) [Reuters, 26.08.2026](https://www.reuters.com/business/us-inflation-remains-sticky-july-2nd-quarter-gdp-unrevised-15-2026-08-26/)

Einordnung: Das Bild ähnelt einer milden Stagflationskonstellation, nicht einer Rezession: Die reale Nachfrage wächst weiter, aber langsamer, während Energie, Zölle und einzelne Güter- und Dienstleistungspreise die Inflation hoch halten. Dass das verfügbare Einkommen im Juli stärker als die Ausgaben stieg, schafft kurzfristig einen Puffer; die Kombination aus niedrigerer Wachstumsrate und höherem Preisniveau erschwert der Fed jedoch jede Entscheidung.

Arbeitsmarkt und Federal Reserve

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen in der Woche bis 22. August um 4.000 auf saisonbereinigte 203.000 und lagen unter der Reuters-Konsensschätzung von 208.000. Das spricht gegen einen abrupten Arbeitsmarkteinbruch, ersetzt aber nicht den umfassenderen August-Arbeitsmarktbericht der kommenden Woche. [Reuters, 27.08.2026](https://www.reuters.com/world/us/jobless-claims-dip-latest-week-goods-trade-deficit-widens-july-2026-08-27/)

Die Fed hielt ihren Zielkorridor Ende Juli bei 3,50–3,75 %; drei Mitglieder hatten bereits für eine Erhöhung gestimmt. Zum Auftakt des Jackson-Hole-Symposiums warnten am 27. August mehrere Regionalpräsidenten vor anhaltender Inflation: Kansas-City-Fed-Präsident Jeffrey Schmid bezeichnete die Geldpolitik als nicht ausreichend bremsend, Cleveland-Fed-Präsidentin Beth Hammack blieb zu einer Anhebung bereit, und Chicago-Fed-Präsident Austan Goolsbee verwies auf das Risiko eines weiteren Inflationsanstiegs. [Reuters, 27.08.2026](https://www.reuters.com/business/jackson-hole-conference-kicks-off-two-fed-officials-warn-about-inflation-2026-08-27/)

Der Markt wartete bei Redaktionsschluss noch auf die für 14:00 Uhr GMT angekündigte Jackson-Hole-Rede von Fed-Chef Kevin Warsh. Daher wird hier keine noch nicht gehaltene Rede vorweggenommen; vor ihrem Beginn preisten Händler mindestens eine Anhebung um 25 Basispunkte im weiteren Jahresverlauf ein. [Reuters, 28.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/dollar-flat-near-one-week-high-investors-await-warshs-jackson-hole-debut-2026-08-28/)

Anleihen, Aktien und Unternehmen

Am US-Rentenmarkt blieben die Laufzeitenprämien hoch. Die zehnjährige Treasury-Rendite hatte am vorherigen Freitag bei rund 4,73 % und die 30-jährige bei 5,27 % gelegen; im Wochenverlauf beruhigte sich der Ausverkauf, doch Renditen stiegen am Donnerstag vor Warshs Rede erneut. Neben der Inflation belasten der Bundeshaushalt, eine Staatsschuld von mehr als 40 Billionen US-Dollar und der große Refinanzierungsbedarf das lange Ende der Kurve. [Reuters, 21.08.2026](https://www.reuters.com/world/china/global-markets-global-markets-2026-08-21/) [Reuters, 27.08.2026](https://www.reuters.com/world/china/global-markets-wrapup-1-2026-08-27/)

An der Wall Street schlossen am 27. August der S&P 500 bei 7.730,99 Punkten (+0,72 %), der Nasdaq bei 26.541,35 (+1,57 %) und der Dow Jones bei 53.569,44 (+0,20 %). Der starke Technologietag verdeckte eine schwächere Marktbreite: Die meisten anderen Sektoren gaben nach, während Nvidia um 8,7 % stieg. [Reuters, 27.08.2026](https://www.reuters.com/business/nasdaq-futures-take-lead-after-nvidia-forecast-refuels-ai-trade-2026-08-27/)

Nvidia meldete für das Ende Juli abgeschlossene Quartal einen Umsatz von rund 96 Mrd. US-Dollar, darunter 89 Mrd. US-Dollar im Rechenzentrumsgeschäft, und stellte für das laufende Quartal 108 Mrd. US-Dollar ±2 % in Aussicht. Für das Geschäftsjahr 2028 erwartet der Konzern etwa 70 % Umsatzwachstum; Speicherengpässe begrenzen allerdings die Produktionsausweitung. [Reuters, 26.08.2026](https://www.reuters.com/business/media-telecom/nvidia-forecasts-quarterly-revenue-above-estimates-2026-08-26/)

Einordnung: Die Ergebnisse bestätigen reale, sehr hohe KI-Infrastrukturinvestitionen, aber sie beseitigen weder Bewertungs- noch Konzentrationsrisiken. Steigende Anleiherenditen erhöhen den Diskontsatz für weit in der Zukunft liegende Gewinne; zugleich hängt ein großer Teil der Indexentwicklung von wenigen Technologieunternehmen ab.

Dollar, Rohstoffe und Geopolitik

Der Dollarindex lag am 28. August nahe einem Wochenhoch und steuerte auf einen Wochengewinn zu; der Euro handelte um 1,166 US-Dollar, der Dollar um 159 Yen. Unterstützung kam von den US-Zinserwartungen, während der Markt vor Warshs Rede Positionen klein hielt. [Reuters, 28.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/dollar-flat-near-one-week-high-investors-await-warshs-jackson-hole-debut-2026-08-28/)

Brent kostete am Freitagvormittag 89,63 US-Dollar je Barrel, 0,1 % weniger am Tag und mehr als 5 % weniger in der Woche. Hintergrund war eine Verständigung Irans und Omans über die Verwaltung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus und die Aufteilung von Einnahmen; direkte US-iranische Gespräche blieben jedoch festgefahren. [Reuters, 28.08.2026](https://www.reuters.com/world/china/global-markets-global-markets-2026-08-28)

Einordnung: Billigeres Öl entlastete zum Wochenschluss Inflations- und Wachstumsängste, aber rund 90 US-Dollar sind für energieimportierende Volkswirtschaften weiterhin hoch. Die Straße von Hormus bleibt der wichtigste kurzfristige geopolitische Übertragungskanal auf Inflation, Währungen und Unternehmensmargen. Gold blieb bei etwa 4.600 US-Dollar je Unze sehr hoch: Fiskal- und geopolitische Absicherung stützen das Metall, während höhere Realzinsen dagegenwirken.

2) Asien

China: schwache Binnenwirtschaft, gezielte Stützung

Die jüngsten vollständigen Aktivitätsdaten, veröffentlicht am 17. August, blieben der Ausgangspunkt für die Woche: Die Industrieproduktion wuchs im Juli um 4,5 % gegenüber dem Vorjahr nach 5,3 % im Juni, die Einzelhandelsumsätze nur um 0,6 % nach 1,0 %, und die städtische Arbeitslosenquote stieg von 5,0 % auf 5,2 %. Die Preise neuer Wohnungen fielen im Juli um 3,2 % zum Vorjahr; zugleich lag der monatliche Handelsüberschuss erneut über 100 Mrd. US-Dollar. [Reuters, 17.08.2026](https://www.reuters.com/world/china/chinas-industrial-output-slows-july-retail-sales-miss-forecasts-2026-08-17/)

Die Kreditseite bestätigt die Binnenschwäche: Neue Yuan-Kredite schrumpften im Juli rechnerisch um 340 Mrd. Yuan, die zweite Kontraktion 2026; die ausstehenden Yuan-Kredite wuchsen nur noch um rekordniedrige 5,1 % zum Vorjahr. Die PBoC ließ die ein- und fünfjährigen Loan Prime Rates am 20. August zum 15. Mal in Folge unverändert und setzt bisher eher auf zielgerichtete Kreditinstrumente als auf eine breite Zinssenkung. [Reuters, 14.08.2026](https://www.investing.com/news/economy-news/china-july-bank-loans-contract-for-second-time-in-2026-on-weak-demand-4860112) [Reuters, 20.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/china-leaves-loan-rates-steady-15th-consecutive-month-august-2026-08-20)

Peking sagte am 21. August zusätzliche, an die Konjunkturentwicklung angepasste Fiskalmaßnahmen zu. Priorität haben die schnellere Umsetzung bereits budgetierter Infrastruktur- und öffentlicher Projekte sowie Unterstützung strategischer Sektoren; ein großer, ungedeckter Stimulus wurde nicht angekündigt. [Reuters, 21.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/china-pledges-timely-fiscal-support-bolster-growth-2026-08-21/)

Chinesische Aktien blieben entsprechend zwischen Stimulushoffnung und schwachen Fundamentaldaten gefangen. Der CSI 300 schloss am 28. August bei rund 4.609 Punkten; ohne konsistente börsentägliche Vergleichsdaten wird hier bewusst keine ungesicherte Wochenrendite genannt. Der Yuan war mit ungefähr 6,77 je US-Dollar relativ fest, gestützt durch PBoC-Referenzkurse und den global zeitweise schwächeren Dollar. [Reuters-Marktdaten, 28.08.2026](https://www.reuters.com/markets/quote/.CSI300/)

Einordnung: Chinas Problem ist weniger der Preis als die Nachfrage nach Kredit. Niedrigere Zinsen allein können Haushalte und private Unternehmen kaum zu höherer Verschuldung bewegen, solange Immobilienvermögen, Beschäftigungssicherheit und Gewinnerwartungen schwach bleiben. Exporte stabilisieren Produktion und Yuan, erhöhen aber handelspolitische Spannungen und machen die Konjunktur von Auslandsnachfrage abhängig.

Japan: Inflationsdruck erhöht den Handlungszwang der BoJ

Die Tokioter Kernverbraucherpreise ohne frische Lebensmittel stiegen im August um 1,8 % zum Vorjahr, nach 1,7 % im Juli und etwas stärker als die erwarteten 1,7 %. Der Index ohne frische Lebensmittel und Energie legte um 2,0 % zu. Die am 28. August veröffentlichten Daten gelten als Frühindikator für Japan insgesamt. [Reuters, 28.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/tokyo-core-inflation-accelerates-august-nears-boj-target-2026-08-27/)

BoJ-Vizegouverneur Ryozo Himino betonte am 27. August, die Notenbank müsse rechtzeitig handeln, um nicht hinter die Inflationskurve zu geraten, und dem schwachen Yen sowie Aufwärtsrisiken mehr Gewicht geben. In einer Reuters-Umfrage vom 26. August erwarteten 57 % der Ökonomen eine Anhebung des Leitzinses auf 1,25 % bei der Sitzung am 17./18. September. [Reuters, 27.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/boj-deputy-governor-himino-calls-timely-rate-hike-2026-08-27/) [Reuters, 26.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/boj-speed-up-its-tightening-campaign-raise-key-rate-125-september-2026-08-25/)

Japanische Staatsanleihen zogen ausländische Nachfrage an: Japan-Anleihe-ETFs verzeichneten 2026 bis zum 25. August laut Morningstar rekordhohe Nettozuflüsse von etwa 1,5 Mrd. US-Dollar, da die gestiegenen Renditen erstmals seit Jahren auch für europäische Anleger attraktiver wurden. [Reuters, 25.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/japanese-bond-etfs-attract-record-15-billion-net-inflows-2026-so-far-morningstar-2026-08-25/)

Der Nikkei profitierte am Donnerstag von Nvidias Ausblick, blieb aber empfindlich gegenüber steigenden Renditen und einem möglichen stärkeren Yen. Der Dollar notierte am Freitag um 159 Yen; damit blieb die Währung trotz der gemeinsamen US-japanischen Intervention von Ende Juli nahe dem politisch sensiblen Bereich um 160. [Reuters, 28.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/dollar-flat-near-one-week-high-investors-await-warshs-jackson-hole-debut-2026-08-28/)

Einordnung: Eine September-Anhebung würde den Yen strukturell stützen und Importinflation dämpfen, kann aber kurzfristig hoch bewertete Export- und Technologieaktien belasten. Der Ölpreisrückgang dieser Woche hilft Japan als großem Energieimporteur; ein erneuter Hormus-Schock würde dagegen Inflation und Handelsbilanz zugleich verschlechtern.

Indien: Öl und Rupie bleiben die Schlüsselfaktoren

Für Indien gab es in dieser Woche keine neue umfassende BIP- oder Verbraucherpreismeldung; daher bleibt die Marktübertragung im Vordergrund. Die Rupie bewegte sich in einer engen Spanne und schloss am 28. August vorläufig bei 95,39 je US-Dollar, gestützt durch sinkendes Öl und Eingriffe der Reserve Bank of India, aber belastet durch ausländische Aktienabflüsse. Der Sensex gewann am Freitag 0,43 % auf 77.264,51, der Nifty 0,35 % auf 24.175,65; die zehnjährige Staatsanleiherendite lag am Vormittag bei etwa 6,88 %. [PTI, 28.08.2026](https://news18.com/agency-feeds/rupee-rises-6-paise-to-settle-at-95-39-against-us-dollar-10298308.html) [Reuters-Marktdaten, 28.08.2026](https://ae.marketscreener.com/news/india-stocks-rupee-bonds-swaps-call-at-1-10-p-m-ist-ce7858dfda8ff625)

Einordnung: Als großer Nettoölimporteur reagiert Indien besonders stark auf den Hormus-Konflikt. Der Brent-Rückgang der Woche verbessert die Aussicht für Inflation, Leistungsbilanz und Rupie; ein erneuter Ölpreissprung würde die RBI dagegen länger zu einer restriktiven Haltung zwingen. Die Zentralbank muss zwischen relativ robustem strukturellem Wachstum, importierter Inflation und Währungsstabilität abwägen.

3) Europa

Konjunktur, Inflation und Arbeitsmarkt

Die Eurozone wuchs im zweiten Quartal laut Eurostat-Schätzung vom 14. August um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal und um 1,0 % gegenüber dem Vorjahr; die Beschäftigung stieg um 0,1 % zum Vorquartal beziehungsweise 0,5 % zum Vorjahr. Die am 19. August bestätigte Verbraucherpreisinflation lag im Juli bei 2,9 %, nach 2,8 % im Juni; die Kerninflation betrug 2,5 %, die Dienstleistungsinflation 3,3 % und die Energieinflation 10,0 %. [Eurostat, 14.08.2026](https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/2-14082026-ap) [Eurostat, 19.08.2026](https://ec.europa.eu/eurostat/en/web/products-euro-indicators/w/2-19082026-ap)

Deutschland lieferte in dieser Woche positive Überraschungen: Das Statistische Bundesamt hob am 25. August das BIP-Wachstum im zweiten Quartal auf 0,3 % zum Vorquartal an. Gleichzeitig stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex im August von 86,7 auf 88,8, die Erwartungen von 86,8 auf 89,1; am 27. August erhöhte sich der Ifo-Beschäftigungsindikator um 1,8 Punkte auf 94,8, den höchsten Stand seit Mai 2025. [Reuters, 25.08.2026](https://www.reuters.com/world/europe/german-business-sentiment-rises-more-than-expected-august-ifo-survey-finds-2026-08-25) [Reuters, 27.08.2026](https://www.reuters.com/business/german-companies-plan-fewer-job-cuts-economy-rebounds-ifo-says-2026-08-27/)

Die Kreditdaten verbessern sich ebenfalls: Bankdarlehen an nichtfinanzielle Unternehmen wuchsen im Juli um 4,4 % zum Vorjahr nach 4,0 % im Juni, Kredite an Haushalte um 3,1 % nach 3,0 %. Das geschieht allerdings bei laut EZB-Bankenumfrage moderat verschärften Kreditstandards und höheren Kreditzinsen. [Reuters, 27.08.2026](https://www.reuters.com/business/finance/euro-zone-lending-growth-picks-up-ecb-says-2026-08-27/) [EZB, Juli 2026](https://www.ecb.europa.eu/stats/ecb_surveys/bank_lending_survey/html/ecb.blssurvey2026q2~baa6b60429.en.html)

Einordnung: Europas Erholung wird breiter, ist aber noch nicht selbsttragend. Deutschland profitiert von besseren Exporten, Industrieproduktion und Erwartungen, während hohe Energiepreise und restriktivere Finanzierung die reale Kaufkraft und Investitionen dämpfen. Der Arbeitsmarkt stabilisiert die Nachfrage, zeigt aber nur geringes Beschäftigungswachstum.

EZB, Anleihen und Währungen

Das am 27. August veröffentlichte Protokoll der EZB-Sitzung vom Juli zeigte, dass der Rat eine weitere Zinserhöhung als wahrscheinlich ansah. Die EZB hatte im Juni erstmals seit fast drei Jahren angehoben; Märkte rechneten vor der Sitzung am 10. September mit einer weiteren Straffung, weil die Gesamtinflation den Zielwert überschreitet und Energie- sowie Dienstleistungspreise hoch bleiben. [Reuters, 27.08.2026](https://www.reuters.com/business/finance/ecb-saw-future-hike-likely-july-meeting-2026-08-27/)

Deutsche Bundesanleihen blieben deshalb unter Renditedruck. Für französische Zehnjahresanleihen weitete sich der Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen zeitweise auf rund 88 Basispunkte, den höchsten Stand seit Ende 2024, bevor er am Donnerstag auf etwa 85 Basispunkte zurückkam. Auslöser waren Zweifel an Frankreichs Defizitabbau vor der Präsidentschaftswahl 2027 und dem schwierigen Budgetprozess. [Reuters, 27.08.2026](https://www.reuters.com/markets/europe/europes-stoxx-600-slides-frances-fiscal-election-risks-rattle-investors-2026-08-27/)

Der Euro notierte am Freitagvormittag bei etwa 1,166 US-Dollar. Höhere erwartete EZB-Zinsen stützen ihn grundsätzlich, doch ein stärkerer Dollar vor Jackson Hole sowie französische Fiskalrisiken begrenzten den Anstieg. [Reuters, 28.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/dollar-flat-near-one-week-high-investors-await-warshs-jackson-hole-debut-2026-08-28/)

Aktien, Unternehmen und geopolitische Faktoren

Der STOXX 600 stieg am 28. August gegen 09:08 Uhr MESZ um etwa 0,5 % auf 655,33 Punkte und steuerte nach zwei Verlustwochen auf einen kleinen Wochengewinn zu. Frankreichs CAC 40 erholte sich um rund 1,1 %, nachdem er am Donnerstag wegen Fiskal- und Wahlrisiken auf ein Monatstief gefallen war; Technologieaktien erhielten Rückenwind von Nvidia. [Reuters, 28.08.2026](https://www.reuters.com/markets/europe/european-shares-inch-up-french-stocks-recover-markets-await-warsh-speech-2026-08-28/)

Am Vortag waren französische Banken besonders schwach: BNP Paribas, Société Générale und Crédit Agricole verloren zeitweise 4–5 %, weil höhere staatliche Risikoprämien sowohl Refinanzierungskosten als auch den Wert gehaltener Staatsanleihen berühren. EssilorLuxottica stieg am Freitag nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufs. [Reuters, 27.08.2026](https://www.reuters.com/markets/europe/europes-stoxx-600-slides-frances-fiscal-election-risks-rattle-investors-2026-08-27/) [Reuters, 28.08.2026](https://www.reuters.com/markets/europe/european-shares-inch-up-french-stocks-recover-markets-await-warsh-speech-2026-08-28/)

Einordnung: Europas Aktienmarkt wird durch solide Unternehmensgewinne und die deutsche Stabilisierung gestützt, aber drei Risikoprämien bleiben gleichzeitig aktiv: Energie, Zinsen und französische Fiskalpolitik. Sinkendes Öl hilft Verbrauchern und energieintensiven Unternehmen, während Banken kurzfristig von höheren Leitzinsen, bei stark steigenden Staatsrenditen aber nicht unbedingt profitieren.

Worauf in der kommenden Woche zu achten ist

1. USA: Der August-Arbeitsmarktbericht, ISM-Einkaufsmanagerindizes und die Reaktion der Märkte auf Warshs Jackson-Hole-Rede werden bestimmen, ob eine Fed-Anhebung im September zur Basiserwartung wird. Besonders wichtig sind Lohnwachstum, Arbeitslosenquote und die Marktbreite jenseits großer KI-Aktien.

2. Eurozone: Eurostat veröffentlicht am 1. September die Schnellschätzung der August-Inflation und die Juli-Arbeitslosenquote; am 3. September folgen Erzeugerpreise, am 4. September Einzelhandelsumsätze. Ein erneuter Inflationsanstieg würde die Erwartung einer EZB-Anhebung am 10. September festigen. [Eurostat-Veröffentlichungskalender](https://ec.europa.eu/eurostat/news/euro-indicators)

3. China: Die offiziellen und privaten August-PMIs werden zeigen, ob fiskalische Zusagen und Exportstärke den Einbruch bei Konsum, Immobilien und Kreditnachfrage abfedern. Zu beobachten sind außerdem PBoC-Liquidität, Yuan-Fixing und neue konkrete Fiskalmaßnahmen.

4. Japan: Lohn-, Konsum- und Aktivitätsdaten sowie weitere BoJ-Kommentare sind für die September-Sitzung entscheidend; ein Dollar/Yen-Kurs um oder über 160 könnte den politischen Druck erhöhen.

5. Indien und Rohstoffe: Ölpreis, Rupie und ausländische Kapitalflüsse bleiben eng verknüpft. Für alle Regionen ist entscheidend, ob die Vereinbarung über den Hormus-Schiffsverkehr Bestand hat oder die US-iranischen Spannungen wieder eskalieren.

6. Europa/Frankreich: Fitchs Bonitätsentscheidung und die ersten konkreten Leitplanken für Frankreichs Haushalt 2027 können den OAT-Bund-Spread, Banken und den Euro bewegen.

Quellenliste

  • [BEA: GDP (Second Estimate) and Corporate Profits, Q2 2026, 26.08.2026](https://www.bea.gov/news/2026/gdp-second-estimate-and-corporate-profits-2nd-quarter-2026)
  • [BEA: Personal Income and Outlays, July 2026, 26.08.2026](https://www.bea.gov/news/2026/personal-income-and-outlays-july-2026)
  • [Reuters: US inflation remains sticky; Q2 GDP 1.5%, 26.08.2026](https://www.reuters.com/business/us-inflation-remains-sticky-july-2nd-quarter-gdp-unrevised-15-2026-08-26/)
  • [Reuters: Fed officials warn on inflation at Jackson Hole, 27.08.2026](https://www.reuters.com/business/jackson-hole-conference-kicks-off-two-fed-officials-warn-about-inflation-2026-08-27/)
  • [Reuters: US jobless claims, 27.08.2026](https://www.reuters.com/world/us/jobless-claims-dip-latest-week-goods-trade-deficit-widens-july-2026-08-27/)
  • [Reuters: Nvidia outlook, 26.08.2026](https://www.reuters.com/business/media-telecom/nvidia-forecasts-quarterly-revenue-above-estimates-2026-08-26/)
  • [Reuters: Global markets, 28.08.2026](https://www.reuters.com/world/china/global-markets-global-markets-2026-08-28)
  • [Reuters: China activity data, 17.08.2026](https://www.reuters.com/world/china/chinas-industrial-output-slows-july-retail-sales-miss-forecasts-2026-08-17/)
  • [Reuters: China LPR unchanged, 20.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/china-leaves-loan-rates-steady-15th-consecutive-month-august-2026-08-20)
  • [Reuters: China fiscal support, 21.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/china-pledges-timely-fiscal-support-bolster-growth-2026-08-21/)
  • [Reuters: Tokyo inflation, 28.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/tokyo-core-inflation-accelerates-august-nears-boj-target-2026-08-27/)
  • [Reuters: BoJ Himino, 27.08.2026](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/boj-deputy-governor-himino-calls-timely-rate-hike-2026-08-27/)
  • [Eurostat: Q2 GDP and employment, 14.08.2026](https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/2-14082026-ap)
  • [Eurostat: July inflation, 19.08.2026](https://ec.europa.eu/eurostat/en/web/products-euro-indicators/w/2-19082026-ap)
  • [Reuters: German GDP and Ifo, 25.08.2026](https://www.reuters.com/world/europe/german-business-sentiment-rises-more-than-expected-august-ifo-survey-finds-2026-08-25)
  • [Reuters: Eurozone credit growth, 27.08.2026](https://www.reuters.com/business/finance/euro-zone-lending-growth-picks-up-ecb-says-2026-08-27/)
  • [Reuters: ECB July account, 27.08.2026](https://www.reuters.com/business/finance/ecb-saw-future-hike-likely-july-meeting-2026-08-27/)
  • [Reuters: European shares, 28.08.2026](https://www.reuters.com/markets/europe/european-shares-inch-up-french-stocks-recover-markets-await-warsh-speech-2026-08-28/)